Palliativversorgung

Palliativversorgung ist die Behandlung und Betreuung von Menschen mit nicht (mehr) heilbaren Erkrankungen. Nicht mehr heilen zu können bedeutet keineswegs, dass „nichts mehr getan werden kann“ oder im schlimmsten Fall nichts mehr getan wird.

Die aktuelle Diskussion um „Sterbehilfe“ und den ärztlich assistierten Suizid zeigt, wie groß die Angst ist, in solchen Situationen unversorgt zu sein. Palliativversorgung bietet ein großes Potential an Möglichkeiten, belastende und quälende Symptome ( wie starke Schmerzen, schwere Luftnot, komplexe Wunden oder Angst) bei schwerer Krankheit und am Lebensende zu lindern oder zu beseitigen.

Allgemeine Palliativ- und Grundversorgung

Formell (aus Versorgungs-Sicht) kann man unterteilen in eine allgemeine Palliativversorgung und eine Grundversorgung, die meist durch den Hausarzt oder den Klinikarzt allen sterbenden Patienten zukommen soll. Dazu gehören eine ausreichende nicht-medikamentöse und medikamentöse Behandlung von Schmerz, Atemnot und Angst. Die Behandlung bezieht Medizin, Pflege und Seelsorge mit ein. In besonders schweren/komplexen Situationen kommt die sogenannte „spezialisierte“ ambulante Palliativversorgung (SAPV) zum Einsatz. Dazu wird ein jeweils auf der Fläche eines Landkreises aktives Palliative-Care-Team oder PCT (in unserem Fall das Palliative-Care-Team Lahn-Dill) zur Behandlung hinzugezogen. Dem Wunsch der Patienten entsprechend findet die medizinische Versorgung durch Hausarzt und PCT zu Hause oder im Pflegeheim statt.

Linderung und Beseitigung von Beschwerden

Das Ziel der Behandlung ist die Linderung oder Beseitigung von belastenden Symptomen/Beschwerden. Im Vordergrund stehen immer die Wünsche des Patienten oder stellvertretend seiner Angehörigen. Eine den Notwendigkeiten angepasste Bedarfsmedikation wird regelmäßig im Haus des Patienten bevorratet. Diese Bedarfsmedikation kann der Patient selbstständig oder mit Hilfe seiner Angehörigen anwenden. Wenn dies nicht möglich ist, werden die Medikamente von Palliativ-Care-Pflegekräften oder Palliativärzten als Injektion verabreicht oder es kommen Pumpensysteme zum Einsatz. Damit ist dem Patienten die Sicherheit gegeben, dass seine Beschwerden unmittelbar gelindert werden können.

In nahezu allen Fällen, in denen die Erkrankung zum Tode führt, ist eine Versorgung der Patienten bis zum Tode zu Hause im Kreise der Familie möglich. In wenigen Fällen ist eine Betreuung zu Hause nicht möglich. Dann besteht die Möglichkeit der Weiter-Versorgung im Hospiz Mittelhessen (Haus Emmaus) in Wetzlar. Die Palliativversorgung kann jederzeit auf Wunsch der Patienten beendet werden, wenn die Notwendigkeit nicht mehr besteht. Studien zeigen, dass die Palliativversorgung zu einer höheren Lebensqualität und zum Teil sogar (trotz unheilbarer Erkrankung) zu einer Verlängerung des (dann wieder lebenswerten) Lebens führt.

Weitere Informationen

Patienten, Angehörige, Haus- und Fachärzte können sich bei Interesse am PCT oder zur Anmeldung von Patienten an den Koordinator des Teams wenden unter der Tel.-Nr. 06441/79-2270. Weitere Informationen zum PCT finden Sie im Internet unter http://www.pct-lahn-dill.de.

Ärzte finden Hinweise zur Verordnung von SAPV (spezialisierter ambulanter Palliativversorgung) auf der entsprechenden Seite.

Forsthausstraße 3
35578 Wetzlar
Tel. 06441 200887
Fax 06441 792688
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